Stimmungsvolle Christvesper mit Querflöte und Orgelbegleitung in der St. Johanniskirche stimmte auf die Heilige Nacht ein

Gottesdienste an Weihnachten sind immer etwas ganz Besonderes. Und vor allem am Heiligabend stimmen sie auf das Wunder der Heiligen Nacht ein. Dazu jubilieren die Orgeln, singend die Gläubigen inbrünstig Weihnachtslieder und die Kleinen freuen sich auf das Christkind.

 

Doch halt, in diesem Jahr ist alles anders. Alles? – Nein nicht alles, Christus kommt immer noch zu den Menschen. Die Geburt des Jesuskindes findet auch heuer statt, trotz Pandemie, Ausgangsbeschränkungen und Singverbot in den Kirchen. Die Gläubigen finden andere Wege, um Weihnachten zu feiern und vor allem sich auf das Wesentliche zu besinnen.

 

In der evangelischen St. Johanniskirche in Steinwiesen fanden am Heiligabend zwei Christvesper statt, um möglichst vielen Gläubigen den Besuch zu ermöglichen. Pfarrer Hans-Peter Göll zelebrierte den ersten um 15.00 Uhr und Prädikant Gunther Leupold ermöglichte die zweite Christvesper um 16.30. Uhr. Die St. Johanniskirche war festlich geschmückt, das Jesuskind lachte in der wunderschönen Krippe und viele Lichter erhellten das Kirchenschiff. Auch der Adventskranz brannte noch auf dem Taufstein und über allem schwebten weihnachtliche Melodien, die von Ingrid Renk an der Orgel und Paula Smettane mit der Querflöte in besinnlicher Weise gespielt wurden.

 

Prädikant Gunther Leupold ging in seiner Predigt darauf ein, dass das Kind in der Krippe den Menschen Frieden und Freude bringen soll und über allem der Stern von Bethlehem Licht in die Finsternis bringt. Doch viele glauben, dass es für sie keine Weihnachtsfreude gibt, weil sie von Schicksalsschlägen und Geldnöten geplagt werden. „Wie kann ich mich über Weihnachten freuen?“ klagen sie, wenn sie arbeitslos sind, krank oder an diesen Tagen allein, wenn sie keinen Ausweg mehr wissen und denken, Gott hat sie verlassen. Doch das will die Finsternis, man soll die Freude und den Frieden vergessen. Aber gerade dann sollte man selbst an Weihnachten festhalten. Damals hätte Josef allen Grund dazu gehabt, auf Weihnachten, Maria und das Jesuskind zu verzichten. Die Schwangerschaft von Maria, er nicht der Vater, da wollte sich Josef einfach aus der Heilsgeschichte, dem Weihnachtswunder davonstehlen. Doch Gott schickt seinen Engel und da nimmt er Maria zu sich. Doch ohne Zwang, Josef konnte selbst entscheiden, er vertraute auf Gott und übernahm Verantwortung, für Maria und für Jesus, Gottes Sohn. Gott will nicht, dass sich jemand aus der Weihnachtsgeschichte verabschiedet, so wie Josef sollen auch die Menschen darauf vertrauen, durch Jesus zeigt er ihnen, was Glauben und Vertrauen heißt.

 

Wieland Beierkuhnlein las die Weihnachtsgeschichte aus der Heiligen Schrift vor und nach der Predigt schallte die Melodie von „Oh du Fröhliche“ durch die Kirche. Nach dem Segen wurde es ganz still, nur die Kerzen spendeten ihr warmes Licht und von der Empore herunter klangen die Töne von Orgel und Querflöte vom schönsten Weihnachtslied überhaupt: „Stille Nacht, Heilige Nacht“. Ja still ist sie in diesem Jahr, die Heilige Nacht. Aber das Weihnachtswunder fragt nicht nach Trubel und Gerenne, es sucht die Menschen, die dieses Geheimnis, diese Geburt Jesu mitfeiern. Und da ist es egal, ob mit vielen Menschen oder in der kleinen Familie zu hause. Das Christkind wird ins Herz geboren, egal wo und wer man ist.

 

 

 

Bildbeschreibung:
Christvesper Steinwiesen: Mit weihnachtlichen Weisen verschönerten Paula Smettane mit ihrer Querflöte und Ingrid Renk mit der Orgel die Christvespern am Heiligen Abend in der St. Johanniskirche in Steinwiesen.

Foto: Susanne Deuerling